Einsatzbericht 04.08-08.08.2025
Das Centre Médical Charlemagne wurde 2022 durch die Kooperation von Pro Interplast Seligenstadt und dem Lokalverein CARE in Kamerun eröffnet. Seitdem hat sich das Zentrum durch wiederholte medizinische Einsätze in der Region zunehmend etabliert und gilt als zuverlässige Einrichtung.
Im August 2025 wurde im Rahmen eines fünftägigen Einsatzes das neue Teilprojekt Charlemagne AudioCare vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, eine qualifizierte Patientenversorgung mit Hörgeräten zu gewährleisten sowie die nachhaltige Ausbildung von lokalem Fachpersonal im Bereich Hörgeräteakustik und Hals-Nasen-Ohren-Diagnostik zu fördern. Im Rahmen eines dreitägigen Einsatzes in Lobo wurden Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt, Screening-Tests und HNO-Untersuchungen angeboten. Diese Maßnahmen dienten nicht nur dazu, bestimmte Krankheiten auszuschließen, sondern auch, die Bevölkerung für das Thema Schwerhörigkeit zu sensibilisieren. Patienten wurden bei Bedarf im Charlemagne AudioCare mit Hörgeräten versorgt, und es wurde schrittweise über das für 2026 geplante chirurgische „Ear-Camp“ informiert, das weitere chirurgische Behandlungsmöglichkeiten bieten soll.
Ergebnisse und Wirkung
- Nachhaltige Stärkung des Centre Médical Charlemagne durch die Einführung von Charlemagne AudioCare
- Aufbau von lokaler Fachkompetenz im Bereich Hörgeräteversorgung
- Hohe Patientenzahlen mit konkretem Nutzen (über 80 Untersuchungen im Centre Medical Charlemagne, 56 Anpassungen, in Lobo 44 Untersuchungen 4 HIV-infizierte 4 Hörgerätepflichtige festgestellt)
- Erfolgreiche Kombination von medizinischer Versorgung, Ausbildung des Fachpersonals und Aufklärung der Bevölkerung
- Große Motivation aller Beteiligten, insbesondere von Herrn Kaulard (Kaulard Hörkustik aus Aachen & Umgebung), der eine langfristige Zusammenarbeit anstrebt und von Fr. Klein (Medizinische Fachangestellte aus der HNO-Klinik Universitätsklinikum Aachen), die die Ausbildung des Pflegepersonals in der HNO-Diagnostik durchführte.
Ausblick
Beide Maßnahmen – die Einführung von Charlemagne Audio Care sowie das Screening in Lobo – dienten zugleich der Sensibilisierung für das nächste große Projekt:
- Das „Ear-Camp-Kamerun 2026“
- Geplant im August 2026 im Mutter-Kind-Krankenhaus in Yaoundé
- Chirurgische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Schwerhörigkeiten als Folge von chronischen Mittelohrentzündungen
- Praxisnahe Schulung von Weiterbildungsassistent:innen und Fachärzte
- Langfristig sollen die chirurgischen Ear-Camps wie vorher in regelmäßigen Abständen fortgeführt werden
- Langfristig soll neben dem Centre Médical Charlemagne welches inzwischen als diagnostische Plattform, die Patient:innen gezielt für chirurgische Eingriffe identifizieren kann, Charlemagne Audio Care welches die Versorgung derjenigen mit Hörgeräte sicher stellt, die entweder nicht operiert werden können oder für die ein operativer Eingriff allein nicht ausreichend wäre, als nächster Schritt die Einrichtung von Charlemagne Education Care angestrebt werden, welches die bisherige Arbeit ergänzt und langfristig eine nachhaltige, lokale Wissensvermittlung sichert.
Ein besonderer Dank gilt Herrn Frankowiack von der Hörakustik Hörrohr für die großzügige Bereitstellung eines Computer-Audiometers zur Ausstattung von Charlemagne AudioCare. Sowohl die Firma Hörrohr als auch Rottler haben sich im vergangenen Jahr sehr engagiert am Aufbau der Hörakustik in Kamerun beteiligt. Herr Kaulard hat durch seine Anwesenheit sowie seine geduldige und ruhige Art sein Fachwissen gekonnt weitergegeben und die Patientenversorgung maßgeblich qualifiziert vorangetrieben. Ein herzliches Dankeschön geht auch an alle Spenderinnen und Spender, ohne deren Unterstützung die Verwirklichung dieses Projekts nicht möglich gewesen wäre.
Für das geplante chirurgische Ear-Camp 2026 Kamerun freuen wir uns auf die Anwesenheit von Prof. Wirth, Direktor der HNO-Klinik vom Universitätsklinikum Aachen, der uns bereit unterstützt hat indem er die Reise von Frau Klein ermöglicht hat. Ebenso freuen wir uns, dass die Kollegen aus dem Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf erneut an Bord sind.
























