Ear Camp Kamerun

By 21. März 2020März 23rd, 2020Allgemein

Das Ear Camp ist ein medizinisches Hilfsprojekt in Kamerun, das von Dr. med. Paulette Dountsop Yonta, damals Oberärztin der HNO- Klinik am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf, 2012 ins Leben gerufen wurde. Unterstützt wurde sie dabei anfangs vom Team der HNO- Klinik um Chefarzt Prof. Dr. med. Adam Kurzeja und später um Chefarzt Prof. Dr. med.Ulrich Harréus.  Kamerun gilt als medizinisch unterentwickelt. Einer Bevölkerung von ca. 19 Millionen Einwohnern stehen lediglich 50 Hals-Nasen- und Ohrenärzte zur Verfügung. Landesweit gibt es keinen einzigen Ohrchirurgen. Ohrerkrankungen, die mit Schwerhörigkeit einhergehen, werden in Kamerun nur selten erkannt und behandelt, weil medizinisches Wissen und ausgebildete Chirurgen fehlen. Als Folge von Mittelohrentzündungen können das Trommelfell und die Gehörknöchelchen der Kinder zerstört worden sein. Im Rahmen der Ear-Camp 2013, 2015 und 2017 im Mutter-Kind-Krankenhaus der Hauptstadt Yaoundé konnten 160 Kinder operiert werden. Ziel der operativen Eingriffe ist es, das innere Ohr chirurgisch wieder aufzubauen und so eine Verbesserung bis zur Normalhörigkeit zu erreichen. So können wir den Mädchen und Jungen die Teilnahme am normalen Leben zurückgeben. Bei den Einsätze wurden mehr als 500 Kinder untersucht und über 200 Kinder stehen noch auf Wartelisten.

Auch ein Neugeborenen-Hörscreening, wie es in Deutschland üblich ist, wird nicht durchgeführt. Mit einem solchen Screening wird die Hörfähigkeit des Neugeborenen überprüft. Wird eine Hörstörung monatelang oder gar jahrelang nicht entdeckt, kann sich dies auf die gesamte Entwicklung negativ auswirken: Nur wenn ein Kind hören kann, lernt es, normal zu sprechen. Durch Schwerhörigkeit sind die Kinder stark benachteiligt. Die Sprachentwicklung ist massiv beeinträchtigt und die Kinder werden ausgegrenzt. Gleichzeitig sinken damit die Aussichten auf Ausbildung und Förderung.

Nicht nur die Gesundheit der Kinder, auch die Ausbildung der HNO-Ärzte vor Ort soll fortgeführt und verbessert werden. Während des letzten Ear Camps konnte die HNO-Ärztin des Mutter-Kind-Krankenhauses, begleitet von unseren Experten, ihre ersten Schritte in der Ohr-Chirurgie starten. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die medizinische Versorgung vor Ort nachhaltig zu verbessern. Dazu zählt eine kompetente Hörgerätversorgung aufzubauen und ein Neugeborenen-Hörscreening einzuführen. Durch Berichterstattung in den Medien möchten wir die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren und die einheimischen HNO-Ärzte in der Diagnose und Therapie solcher Erkrankungen schulen, damit künftig die Medizin, die wir uns alle wünschen, auch in Kamerun, durchgeführt werden kann.

Dieses Projekt ist eine Herzensangelegenheit und war bislang eine Hilfe, die richtig ankam. Dank der Unterstützung vom Luisenhospital in Aachen, der unterschiedlichen Firmen sowie hoffentlich Ihrer, hoffe ich das Projekt demnächst fortführen zu können. Zu gegebener Zeit werde ich Sie informieren.

Ihre Fr. Dr. Paulette Dountsop